Brexit stürzt EU und Großbritannien in ungewisse Zukunft

24.06.2016

Der Brexit ist bedauerlich. Er führt Europa in einen neuen Zeitabschnitt, für den es keine Blaupause gibt. Wichtig ist, das Europa jetzt mit Selbstbewusstsein reagiert und dies auch darstellt. Dazu gehört auch, dass es keine Austrittsgeschenke für Großbritannien geben darf. Parlamentarisch bedeutet dieser Beschluss, dass sich die Briten zügig aus dem EU-Parlament zurückziehen müssen und nicht mehr an europäischen Leitentscheidungen mitwirken; dies schließt auch die Vorbereitungen zum gesamten Wahlprozess zum neuen Europäischen Parlament 2018 ein. Ob Englisch nach dem Austritt noch EU-Amtssprache bleibt, gilt es ebenfalls zu entscheiden.

Bei allen notwendigen Reformen innerhalb der EU, ist die britische Entscheidung auch ein Rückfall in längst vergangenen Nationalismus. Die Ideale eines geeinten und friedlichen Europas unterlagen dem Populismus und der Angst. Erschreckend ist, dass die Brexit-Befürworter mehrheitlich bald das Rentenalter erreichen oder bereits erreicht haben. Die jüngeren Generationen werden damit trotz ihrer eigenen großen Mehrheit für einen EU-Verbleib um ihre Zukunftschancen betrogen. Diesen knapp 17 Mio. EU-Unterstützern müssen wir auch nach der traurigen Entscheidung Angebote zur Zusammenarbeit unterbreiten. Es bleibt dabei auch abzuwarten, wie die EU-Mehrheiten in Schottland und Nordirland ihren weiteren Weg im Commonwealth verfolgen werden.