Bürgerversicherung - Ein rotes Medikament mit erheblichen Nebenwirkungen

03.07.2015

In seiner heutigen Rede im Deutschen Bundestag erteilte der Kieler CDU-Bundestagsabgeordnete Thomas Stritzl der Forderung der Fraktion "Die Linke" nach einer Einführung der Bürgerversicherung eine klare Absage. Neben erheblichen Rechtsbedenken betonte Stritzl, dass die Abkehr vom bestehenden dualen Versicherungssystem hin zu einer Bürgerversicherung die Versorgung insgesamt verschlechtern würde. „Die Linken legen die Axt an die Wurzel unserer qualitativ hochwertigen Gesundheitsversorgung. Anstatt unser Niveau herunterschrauben zu wollen, sollten die Linken lieber Werbung für unser System machen, da es eine bezahlbare und für alle Patientinnen und Patienten gleichwertige Gesundheitsversorgung ermöglicht. Um das bestehende System beneidet uns die ganze Welt, weil es eben unabhängig von jeweiligen Geldbeutel funktioniert.“

Die Folgen einer Bürgerversicherung liegen auf der Hand: Verdi befürchtet den Verlust von bis zu 100.000 Arbeitsplätzen. Hinzu kommen laut Rheinisch-Westfälischem Institut für Wirtschaftsforschung (RWI) zahlreiche negative volkswirtschaftliche Effekte. Die Bundesärztekammer spricht von einer Mogelpackung und einem Turbolader für eine Zwei-Klassen-Medizin. Demzufolge würde die Bürgerversicherung zwar eine rudimentäre Grundversorgung gewährleisten, diese läge aber unter dem bestehenden Niveau der gesetzlichen Krankenversicherung und könne dann mit teuren Privatangeboten aufgestockt werden.

Stritzl betonte weiterhin, dass in den Ländern ohne duales System bereits ersichtlich sei, wohin die Bürgerversicherung führt. „In Großbritannien warten Erkrankte monatelang auf den 1. Arzttermin und Prothesen werden für ältere Versicherte eingeschränkt. In den Niederlanden beträgt die Wartezeit auf eine Leisten-OP schon einmal 12 Monate. In Kanada wartet man auf einen Arzttermin bis zu zwei Jahre. Spanien hat keine freie Arztwahl, in Frankreich zahlen sie 25 Prozent Selbstbeteiligung und in Schweden entscheidet kein Arzt über notwendige OP’s, sondern die Provinzverwaltung. All diese Zustände lehne ich für Deutschland ab und fordere die Linken auf, endlich von ihrem ideologischen Ross herunterzukommen und das duale System als das anzuerkennen, was es ist: Das Rückgrat und der Garant unserer hochwertigen Gesundheitsversorgung.“

Über diesen Link können Sie das Video der Rede sehen:
http://dbtg.tv/fvid/5355498