Lebendige Ökumene – wo? – wie?

22.11.2014

Lebendige Ökumene – wo? – wie? bei uns in Mettenhof Evangelischer Arbeitskreis und Ortsverband Mettenhof/Hasseldieksdamm tagen im Gemeindezentrum Birgitta-Thomas Haus
Zu einer aufschlussreichen Veranstaltung konnte der Kreisvorsitzende des Evangelischen Arbeitskreises im CDU Kreisverband Kiel Heinz Pries Podiumsteilnehmer und Gäste in das einzige ökumenische Gemeindezentrum der Nordkirche und des Erzbistums Hamburg begrüßen.
Pfarrer Armin Mack von der Birgitta-Gemeinde wies in seinem Impulsreferat auf die geschichtliche Entwicklung des Zentrums hin. Ende der 60er Jahre des vergangenen Jahrhunderts wollten katholische und evangelische Christen in Mettenhof ein gemeinsames Zentrum der Begegnung in dem damals jüngsten und aufstrebenden Stadtteils Kiels, obwohl der Widerstand der Kirchenhierarchie während der Gründungsphase nicht gering war. Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen wies der katholische Geistliche darauf hin, dass es über die Konfessionsgrenzen hinweg vielmehr Gemeinsamkeiten gäbe, als man gemeinhin vermute. So gäbe es gemeinsame Lieder, eine einheitliche Übersetzung des Vaterunsers und des Glaubensbekenntnisses sowie ein Neues Testament in Einheitsübersetzung. Mit Stolz konnte Mack vermelden, dass die gemeinsame bischöfliche Visitation von Weihbischof Jaschke und Bischoff Margaard zu Beginn des Jahres ein voller Erfolg war.

Ökumeneausschussmitglied Dieter Engler, der älteste Teilnehmer auf dem Podium, konnte aus eigenem Erleben berichten, wie es zu dem Gemeindezentrum kam und welche Hürde zu überwinden waren, bis aus der Idee Wirklichkeit wurde. Letztlich überzeugte eine gemeinsame Resolution der Laien und der Geistlichen die „Oberen“ der beiden Kirchen. Nach Englers Verständnis drückt sich Ökumene in der praktischen Erfahrung, in der Diakonie und in der Theologie aus. Für Mettenhof konnte der Referent feststellen, dass die vor vierzig Jahren gesetzten Ziele erreicht seien und es so weitergehen sollte.

Pfarrerin Jutta Weiß wies in ihrem Statement auf die vielen guten und praktischen Erfahrungen hin, die mit dem Gemeindezentrum in der langen Vergangenheit gemacht wurden. So gäbe es zum Beispiel bei besonderen Ereignissen im Stadtteil, wie zum Beispiel beim Jahresempfang oder bei der Eröffnung des Stadtteilfestes, ökumenische Gottesdienste und man trifft sich auch zu anderen Veranstaltungen über die Konfessionsgrenzen hinweg. Mettenhof ist ein Stadtteil in der unterschiedlichen Nationen und Kulturen friedlich miteinander leben. Dass die Integration in Mettenhof so positiv praktiziert wird, sei auch ein Verdienst des Gemeindezentrums. Das christliche Leben in Mettenhof sei Dank seiner Vielfalt bunter geworden. Jutta Weiß wagte die Prognose, dass die Christen in Deutschland künftig nur dann aktiv am politischen Leben teilhaben könnten, wenn sie das Trennende überwinden und zu mehr ökumenischer Gemeinschaft finden.

Unter bewährter Moderation von Herbert Kulbarsch schloss sich eine ausführliche Aussprache an, in dessen Verlauf nicht nur Fragen der praktischen Erfahrung mit dem Zentrum sondern auch auf die Unterschiede der Konfessionen hingewiesen wurden.

Für den Ortsverband Mettenhof/Hasseldieksdamm dankte Sakine Cyron, dass es dank der Beteiligung aller gelungen war, die Ökumene den Menschen näher zu bringen. Für sie war es ganz notwendig, dass die Kirchen allein wegen der vielen Krisen in dieser Welt näher zusammenrücken müssten.

V.i.S.d.P. Heinz Pries EAK Kiel