Pharmaskandal in Indien

06.05.2017

Zum Pharmaskandal in Indien, wo resistente Keime in Pharma-Abwässern gefunden wurden, von dem der Norddeutsche Rundfunk gestern Abend berichtete, erklärte der Kieler CDU-Bundestagsabgeordnete und Mitglied im Gesundheitsausschuss Thomas Stritzl MdB:

Auch Deutschland muss Verantwortung tragen, dass Standards in der Produktion von Medikamenten im Ausland eingehalten werden

Der Preiskampf in der Pharmabranche ist enorm hoch. Unter anderem entstehe dieser aufgrund von sog. Rabattverträgen, die zwischen Pharmaunternehmen und Krankenkassen geschlossen werden. Der gewollte Preiskampf im Pharmabereich dürfe im Ergebnis nicht zu den auch in der TV Doku beschriebenen Gefährdungen für Mensch und Umwelt  führen. So müssten einerseits die inländischen Standardvorgaben (wie z. B. Mindestlohn und Umweltschutzauflagen) auch an ausländischen Produktionsstätten (z.B. Indien) beachtet werden. Andererseits würden die berichteten gefährlichen Umstände aus Indien auch verdeutlichen, dass die mittlerweile internationale Konzentration von Wirkstoffproduktionsstandorten auch unter dem Gesichtspunkt der Versorgungssicherheit so nicht weitergehen dürfe. Zusammen mit Krankenkassen und Industrie müssten deshalb Versorgungsalternativen für den Fall der Fälle (Ausfall eines Standortes) entwickelt werden. Eine denkbare Lösung könnte darin bestehen, dass sog. Rabattverträge zukünftig die Verpflichtung zur Vorhaltung eines zusätzlichen europäischen Produktionsstandortes vorsehen.