Propst Thomas Lienau-Becker: „Kirchennah – kirchenfern – was ist das?“

07.10.2013

Die Senioren Union Kiel befasste sich mit den „Herausforderungen an die heutige Kirche
Ein schwieriges aber ganz offensichtlich  interessantes Thema hatte Dr. Lisa Homrich für das Monatstreffen der Senioren Union Kiel  im Oktober vorgenommen. Der Propst des Kirchenkreises Altholstein Thomas Lienau-Becker stellte sich der Frage der Senioren Union, welche Herausforderungen an die heutige Kirche zu stellen sind. Viele Mitglieder der Senioren Union sorgten für einen vollen Versammlungsraum und folgten mit großer Spannung den Ausführungen des „Kirchenmannes“.
Probst Lienau-Becker hatte sich vorgenommen, das gestellte Thema über die Akzeptanz des Gottesdienstes zu beantworten. Um in das Thema einzuleiten richtete er an seine Zuhörrinnen und Zuhörer die Frage, was sie denn von einem „schönen“ Gottesdienst erwarteten. Im Mittelpunkt ihrer Antworten stellten die Senioren eine „gute“ Predigt und Lieder die man singen könne.
Um die Schwierigkeiten, denen sich jede Pastorin und jeder Pastor bei der Gestaltung des Gottesdienstes zu stellen hat, wies der Probst  darauf hin, dass die Soziologen die Menschen in sechs sehr unterschiedliche Lebensbilder unterteilen. Und so unterschiedlicher diese Lebensbilder sind, so unterschiedlicher sind auch die Erwartungen an den Gottesdienst. Diese Unterschiedlichkeit bedeutet für die Kirche eine große Herausforderung. Denn, was die Einen „toll“ finden, finden die Anderen „entsetzlich“ und jeder will und muss „bedient“ werden. Kirche hat den Auftrag, die Unterschiedlichkeit zusammen zu führen, damit am Ende „eine Kirche“ entsteht in der alle Mitglieder Gottes Wort aus ihrer Sicht verstehen. In diesem Zusammenhang setzte sich Lienau-Becker sehr kritisch mit den Begriffen „Kirchennah“ und „Kirchenfern“ auseinander und stellte für sich fest, dass es so etwas nicht geben könnte, weil ja jeder auf seine Art Kirche versteht. Als Fazit seiner Ausführungen stand für den Propst fest, dass der Glaube in unterschiedlicher Sprache vermittelt wird und dass die Kirche die Unterschiedlichkeit der Christen akzeptiert.
Text und Bilder: Heinz Pries, Senioren Union Kiel